INTERVIEW

CIRSE 2020: Virtuelle Formatvielfalt

Jedes Jahr trifft sich die interventionell-radiologische Community im Rahmen des CIRSE. In Pandemiezeiten sind jedoch andere Lösungen gefragt. Im Interview spricht Prof. Dr. Thomas Kröncke, Vorsitzender des CIRSE 2020 Programmkomitees, über die Digitalisierung und die Highlights der Jahrestagung 2020.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wird die Jahrestagung der CIRSE dieses Jahr online stattfinden. Wie wird das Programm aussehen? Welche Sitzungen bleiben ähnlich wie zuvor, was ändert sich?

Prof. Dr. Thomas KrönckeProf. Dr. Thomas KrönckeDadurch, dass der CIRSE 2020 Summit online stattfinden wird, werden einige Präsentationsformate angepasst, der Inhalt des Kongresses wird aber fast vollständig wie ursprünglich geplant erhalten bleiben. So werden alle AutorInnen von angenommenen Abstracts, sowie alle eingeladenen SprecherInnen die Möglichkeit haben, ihre Poster und Vorträge vor einem weltweiten Publikum zu präsentieren. Voraussichtlich bereits ab 1. September wird ein Teil des Programms „on demand“ verfügbar gemacht. Wir wollen der interventionellen Community die Möglichkeit geben, sich bestmöglich auf unser großes virtuelles Zusammenkommen während der vier Kongresstage vorzubereiten. Während des CIRSE 2020 Summits vom 12. bis 15. September werden dann auf drei Kanälen, dem Dotter-, Rösch- und Grüntzig-Auditorium, täglich 10 Stunden live Programm geboten werden. Am 14. und 15. September kommt dann noch mit dem IDEAS-Auditorium ein vierter Kanal dazu. Das vorläufige Programm und die Registratur sind bereits auf www.cirse.org abrufbar. Während des Summits wird, genauso wie bei einem physischen Kongress, die Interaktivität und die Möglichkeit des Meinungsaustausches im Vordergrund stehen. Dazu wird es eine Reihe an interaktiven Formaten geben, wie etwa fallbasierte Diskussionen, Expert Round Tables, Workshops und vieles mehr. Die Teilnehmer werden dabei immer die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und auch mitzudiskutieren.

Gibt es einen Fokus für das CIRSE 2020 Programm?

Ein klarer Fokus unseres diesjährigen Treffens liegt auf der Präsentation und Aufarbeitung der neuesten Daten und somit einem Push für die evidenz-basierte Praxis in der interventionellen Radiologie. Es werden zum Beispiel die Resultate der FEMME Studie präsentiert werden, bei der die Lebensqualität von Frauen nach einer Embolisation bzw. einer Myomektomie untersucht wurden. Ebenfalls sehr spannend wird die Präsentation der ersten Ergebnisse zweier durch die CIRSE durchgeführten Registerstudien zu den Themen Radio- und Chemoembolisation. Bezüglich peripherer endovaskulärer Interventionen werden der PAD Day und die First@CIRSE Sitzung am Samstag den 12. September sicher ein Highlight sein. Einen weiteren wichtigen Programmfokus des CIRSE Summit bilden neue Therapieansätze, wie zum Beispiel die RF-basierte Anlage von arteriovenösen Fisteln oder fluoroskopiefreie 3D Bildgebung.

Gibt es noch weitere Programmhighlights?

Wie bereits erwähnt werden wir uns am ersten Kongresstag in einem speziellen PAD-Track besonders mit dem Thema periphere arterielle Verschlusskrankheit beschäftigen. Dazu wird es eine Sitzung geben, die sich mit den neuesten Studienresultaten befassen wird, sowie ein Innovationsforum, bei dem neue Therapieansätze präsentiert und diskutiert werden. An den zwei letzten Kongresstagen wird wieder das Interdisciplinary Endovascular Aortic Symposium – IDEAS – stattfinden. Dieses wichtige Format richtet sich - äußerst erfolgreich - an alle Spezialisten, die sich mit der endovaskulären Versorgung von Aortenpathologien befassen. IDEAS bietet im Unterschied zu vielen anderen Meetings eine echte interdisziplinäre Plattform, auf der das Für und Wider aller Therapieansätze evidenzbasiert dargestellt und diskutiert wird. Eine an dieser Stelle unbedingt auch zu erwähnende Sitzung ist „Women in IR“. Die CIRSE geht mit diesem Format ganz bewusst die notwendige Diskussion um eine verstärkte weibliche Repräsentation in interventionsradiologischen Führungsrollen an.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Umdisponierung auf einen virtuellen Kongress?

Natürlich war die Enttäuschung groß, als wir feststellen mussten, dass ein physisches Treffen dieses Jahr in München nicht möglich sein würde. Aber schon bald erkannten wir, dass ein virtueller Kongress auch viele Möglichkeiten bietet. Wir können online ein wesentlich breiteres Publikum erreichen. Viele Ärzte, die nicht die Möglichkeit gehabt hätten, nach München zu reisen, werden nun am CIRSE 2020 Summit teilnehmen können.
Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, ein virtuelles Format auf die Beine zu stellen, mit dem wir die Interaktivität in den Sessions noch weiter steigern können. Dafür wird es zusätzlich zu den Interaktionsmöglichkeiten mit den Sprechern auch Break-out Räume geben, in denen man Diskussionen im kleineren Rahmen weiterführen kann.
Unser Team in Wien hat dafür die besten Anbieter evaluiert und erschafft derzeit eine Plattform, durch die sowohl die Sitzungen, als auch die Industrie-Ausstellung und die Kommunikation zwischen den Kongressteilnehmern ideal bedient werden.

Ab wann werden die ersten Inhalte verfügbar sein?

Das wissenschaftliche Programm des CIRSE 2020 Summits ist bereits jetzt auf der CIRSE Webseite ersichtlich. Die ersten Präsentationen werden voraussichtlich mit Anfang September auf dem Kongressportal verfügbar sein. Um bis dahin auf dem Laufenden zu bleiben, lade ich alle Interessierten herzlich dazu ein, sich für den CIRSE e-Newsletter anzumelden und unseren Kanälen auf Facebook, Twitter und LinkedIn zu folgen.

Ab wann kann man sich für den CIRSE 2020 Summit registrieren?

Die Registratur ist bereits angelaufen. Wer sich beeilt, kann bis 30. Juli noch die stark vergünstigte Early Bird Fee ergattern. Dadurch gewinnt man nicht nur Zugang zum weltweit größten interventionellen Kongress, sondern man hat in den sechs Monaten nach dem Kongress exklusiv on-demand Zugang zu dessen gesamten wissenschaftlichen Inhalt. Diese Gelegenheit sollte sich keine interventionelle Radiologin und kein interventioneller Radiologe entgehen lassen! Als besonderen Anreiz wird unter all jenen, die sich vor 30. Juli registrieren, eine gratis Registratur für die CIRSE-Jahrestagungen auf Lebenszeit verlost. Ich kann nur jede Kollegin und jeden Kollegen in Deutschland herzlich dazu einladen, uns zu unterstützen, sich zu registrieren und sich den CIRSE 2020 Summit nicht entgehen zu lassen.

CIRSE 2020 online                    

Zur Anmeldung: www.cirse.org

Das Interview führte Prof. Dr. Marco Das, DeGIR-Team Öffentlichkeitsarbeit.