Vaskuläre Notfälle: Schnell erkennen, effektiv intervenieren!

In der ersten interventionellen Session des RÖKO DIGITAL am Samstag, den 23.05.2020; 13:00 - 14:30 Uhr (RÖKO DIGITAL SPEZIAL / Highlight: Notfall - Intervention I) werden verschiedene vaskuläre Notfallsituationen und deren interventionelle Behandlung beleuchtet: Die akute Extremitätenischämie, akute Verschlüsse der viszeralen Arterien oder Venen und die akute Blutung. Hierfür sind bekannte Interventionalisten aus Österreich und Deutschland eingeladen worden, die über diese Themen referieren und über ihre Erfahrungen berichten.

Das erste Thema der Session mit dem Titel „Mal eben schnell Extremitäten retten“ beleuchtet die akute Extremitätenischämie. Dieses akute Krankheitsbild hat eine hohe Rate an Mortalität und Extremitätenamputationen in einem häufig vorerkrankten Patientenkollektiv. Die bekannten Studien aus den 90ern (ROCHESTER, STILE und TOPAS), welche die kathetergestützte Thrombolyse mit der chirurgischen Therapie verglichen, haben die Rolle der Thrombolyse (und hiermit der Interventionellen Radiologie) für lange Zeit definiert. Mittlerweile sind neuere und adaptierte Therapieverfahren der endovaskulären mechanischen Thrombektomie verfügbar, die im Vergleich zur reinen kathetergestützten Thrombolyse eine deutlich verkürzte Revaskularisationszeit und höhere Erfolgsrate ermöglichen. Entsprechend wird dies auch im Inhalt von Guidelines von TASC 2000 bis zur aktuellsten Leitlinie „ESVS Guideline on the Management of Acute Limb Ischaemia“ (2020) widergespiegelt.
Dr. Manfred Cejna (Feldkirch) wird in seinem Vortrag über den „state of the art“ in der akuten Extremitätenischämie berichten und den Stellenwert der Interventionellen Radiologie beleuchten.

Der zweite Vortrag „Viszerale Arterien und Venen: der Darm sagt Danke“ beschäftigt sich u.a. mit der Diagnostik und Behandlung der mesenterialen Ischämie. Diese zwar seltene aber sehr häufig tödlich verlaufende vaskuläre Komplikation ist bei meist multipel vorerkrankten Patienten schwierig zu behandeln. Die vorhandenen radiologischen und chirurgischen Therapieoptionen werden im Rahmen dieses Vortrags vorgestellt und deren Indikation diskutiert. Prof. Dr. Jens-Peter Kühn (Dresden) wird insbesondere auch auf die „non-occlusive mesenterial ischemia“ (NOMI) eingehen und eigene Daten vorstellen. Fragen wie: „Wann und wie führe ich eine Papaverine-Infusion durch?“ werden diskutiert. Zu den venösen viszeralen Gefäßen wird Herr Prof. Kühn auf die akute Viszeralvenenthrombose als vaskulärer Notfall eingehen. Dieser Vortrag wirft somit ein Schlaglicht auf die viszeralen Gefäße als Ursache akuter Notfallsituationen und deren interventionelle Behandlungen als wichtiges Rüstzeug für den interventionellen Radiologen.

Bei einem akut blutenden Patienten stellt sich oft die Frage: Kann der Interventionalist helfen oder soll der Patient gleich in den OP? Oder anders ausgedrückt: Wann gilt „endovascular first“? Prof. Dr. Johannes Petersen (Innsbruck) wird von seinen Erfahrungen aus dem klinischen Alltag berichten und die Indikationen zur Intervention bei verschiedenen Blutungsarten (iatrogene Blutungen, traumatische Blutungen, Tumorblutungen, postoperative Blutungen oder Varizenblutung bei portaler Hypertension) diskutieren. Im Rahmen seines Vortrages „Auf den Punkt genau: Blutungen behandeln wir Interventionalisten besser“ werden u.a. die Vorzüge des interventionellen Vorgehens gegenüber der operativen Versorgung näher beleuchtet. Somit vermittelt dieser Beitrag wichtige Entscheidungshilfen für den in der Notfallversorgung tätigen interventionellen Radiologen und zeigt spannende Beispiele aus dem Alltag.

Der Beitrag wurde von Dr. Mareike Franke, DeGIR-Team Öffentlichkeitsarbeit, verfasst.

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RÖKO DIGITAL – Anmeldung

RÖKO DIGITAL SPEZIAL / Highlight: Notfall - Intervention I