RÖKO DIGITAL

Ohne den Interventionalisten geht gar nichts!

In der zweiten interventionellen Session des RÖKO DIGITAL am Samstag, den 23.05.2020; 15:00 - 16:30 Uhr (RÖKO DIGITAL SPEZIAL / Highlight: Notfall - Intervention II) werden namhafte Spezialisten einige der täglich wiederkehrenden Kontroversen und Herausforderungen der Interventionellen Radiologie beleuchten.

Der Einsatz eines Cava-Filters wird nicht nur in den verschiedenen Fachgesellschaften unterschiedlich bewertet bzw. empfohlen, sondern auch vor nahezu jedem einzelnen Einsatz kontrovers diskutiert. Während die Implantation bei stattgehabter rezidivierender Embolie, persistierender TVT und der vorliegenden Kontraindikation zur Gabe von Antikoagulanzien von allen Gesellschaften empfohlen wird, wird die Implantation z.B. vor einer Thrombendarteriektomie bei CTEPH kontrovers diskutiert. Die Intervention in der Pulmonalisstrombahn ist durch neuere Materialien nicht nur im Rahmen einer lokalen Lyse möglich, sondern auch im Rahmen einer perkutanen Thrombektomie. Während für die systemische Lyse die Datenlage als sehr gut zu bezeichnen ist, gibt es einige Arbeiten zur lokalen Lyse, die auch die zur Verfügung stehenden Agenzien berücksichtigen. Die Datenlage zur perkutanen Thrombektomie ist hier deutlich dünner und es muss zwischen der Fragmentationsthrombektomie, der reolytischen Thrombektomie und der Aspirationsthrombektomie unterschieden werden. Zu diesen Themen wird Prof. Dr. Bernhard Gebauer (Berlin) berichten.

Im zweiten Vortrag wird Prof. Dr. Boris Radeleff (Hof) die Frage beantworteten, ob es dringende Gallenwegsinterventionen überhaupt gibt. In der täglichen Routine sind Gallenwegserkrankungen, die einer Intervention bedürfen, meist langsam fortschreitende Erkrankungen und eine perkutane Drainage, eine Steinextraktion oder eine Anastomosen- bzw. Strikturenversorgung gut planbar. Dennoch wird der interventionelle Radiologe immer wieder mit vermeintlich dringlichen Gallenwegsinterventionen konfrontiert, die meistens dann postoperative Notfälle darstellen und ein breites interventionelles Spektrum verlangen. Die Kenntnis dieser Notfälle und deren Management kann für den betroffenen Patienten lebensrettend sein.

Interventionsbedürftige Komplikationen nach perkutanen interventionell-radiologischen Eingriffen sind selten, bedürfen aber bei einem Auftreten meist einer akuten Versorgung. Dafür ist es entscheidend, dass auch nach einer vermeintlich komplikationslosen perkutanen Intervention ein adäquates postinterventionelles Monitoring der Patienten durchgeführt wird. Eine akute Nachblutung, ein akuter Verschluss oder auch eine Migration des implantierten Materials kann zu einer lebensbedrohlichen Situation für den Patienten führen. Das frühe Erkennen der Situation und nachfolgend das schnelle Handeln sind die beiden wichtigsten Faktoren für das erfolgreiche Management. Das Komplikationsmanagement nach einer perkutanen Intervention obliegt in den allermeisten Fällen ebenfalls dem interventionellen Radiologen, da diese meist auch durch den Interventionalisten zu behandeln sind. Nur selten bedarf es einer chirurgischen Mitbehandlung. Dr. Felix Schaab (Dresden) wird einen Überblick über das postinterventionelle Komplikationsmanagment geben.

Der Beitrag wurde von Prof. Dr. Christian R. Habermann, DeGIR-Team Öffentlichkeitsarbeit, verfasst.

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RÖKO DIGITAL SPEZIAL / Highlight: Notfall - Intervention I