STELLUNGNAHME

Katheterangiographien: Durchführungs- und Abrechnungsgenehmigung für Fachärzte für Innere Medizin und Angiologie?

Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie, Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA) ist der Auffassung, dass Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Angiologie diagnostische und therapeutische Katheterangiographien durchführen und abrechnen dürften, analog zu Fachärztinnen und -ärzten für Radiologie. DRG und DeGIR teilen diese Einschätzung nicht.

Die Begründung der DGA stützt sich in einem Schreiben an die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) u.a. darauf, dass Angiologen „aufgrund ihrer absolvierten Weiterbildung und durch die Zusatzqualifikation „Interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen“ die Voraussetzungen“ erfüllten. Aus Sicht von DRG und DeGIR ist die Durchführung und Abrechnung interventionell-radiologischer Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung ein Verstoß gegen § 135 Abs. 2 SGB V und der Qualitätssicherungsvereinbarung zur interventionellen Radiologie. DRG und DeGIR haben hierzu eine ausführliche Stellungnahme an die KBV gesandt – gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Radiologen (BDR) und der Arbeitsgemeinschaft der niedergelassenen Interventionellen Radiologen in Deutschland (ANIR).

Einschätzung der DRG und DeGIR
Für Fachärztinnen und -ärzten der Radiologie werden in der Muster-Weiterbildungsordnung (M-WBO) detaillierte Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten im Bereich interventionell-radiologischer Verfahren inklusive Richtzahlen beschrieben und gefordert. Für Fachärztinnen und -ärzten für Innere Medizin und Angiologie ist die Erbringung interventionell-radiologischer Leistungen nach der M-WBO aus dem Jahr 2015 und den Weiterbildungsordnungen der meisten Landesärztekammern (LÄK) für Fachärztinnen und -ärzten für Innere Medizin und Angiologie aus Sicht von DRG und DeGIR jedoch fachfremd. Die LÄK Bayern und Berlin sehen zwar eine Weiterbildung im Bereich interventionell-radiologischer Leistungen vor, jedoch ohne konkrete Richtzahlen. Damit ist die ausreichende Qualifikation fraglich.

Auch eine Zusatzqualifikation der DGA zur „Interventionellen Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen“ gehört nicht zur regulären Weiterbildung. Dies wäre jedoch für ausreichendes ärztliches Fachwissen erforderlich. Zudem umfasst die Zusatzqualifikation nur Teilgebiete interventioneller Eingriffe und sieht Richtzahlen vor, die deutlich unter denen für Fachärztinnen und -ärzten für Radiologie liegen.

Wenn die Leistungen für Angiologen also fachfremd sind, können Sie diese gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung zur interventionellen Radiologie nach § 135 Abs. 2 SGB V weder erbringen noch abrechnen, denn sonst würden sie den gebotenen Facharztstandard verletzen.

Zudem entfiele bei einer Selbstzuweisung der Angiologen das Mehraugenprinzip, dem der für Fachärztinnen und -ärzten für Radiologie geltenden Überweisungsvorbehalt nach § 13 Abs. 4 BMV-Ä zugrunde liegt.