QUALITÄTSSICHERUNG

Initiativen der DeGIR zu PICC-Line-Kathetern

Peripher eingeführte zentralvenöse Katheter (Peripherally Inserted Central Venous Catheter / PICC-Line) haben gegenüber zentralen Venenkathetern (ZVK) viele Vorteile, werden in Deutschland bislang jedoch kaum genutzt. Auf Initiative der DeGIR sollen die bestehenden Hürden beseitigt werden, um patientenwohlorientierte Entscheidungen und Qualitätssicherung bei der Katheterauswahl zu gewährleisten.

Aus aktuellem Anlass wandten sich DRG und DeGIR in einem Brief an die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin: Gerade bei COVID-19-Patienten sprechen eindeutige Argumente für die Verwendung von PICC-Lines. Ihre minimal-invasive Platzierung am Oberarm bietet einen hohen Patientenkomfort verglichen mit anderen Kathetersystemen. Bei Patienten, die voraussichtlich beatmet werden müssen, ist der Einstichpunkt ausreichend weit von der Beatmungsmaske oder Helm entfernt. Infusionen können also mit größerem Abstand und geringerem Risiko für Katheter-assoziierte Infektionen gegeben werden, sind also für Patient und Personal sicherer. Zudem können PICC-Lines bis zu vier Monate im Körper verbleiben und ambulant genutzt werden. Daher plädiert die DeGIR gemeinsam mit der DRG, PICC-Lines in die Empfehlungen der S1-Leitlinie zur Therapie von Patienten mit COVID-19 aufzunehmen.

In England, Italien und den USA sind PICC-Lines auch abseits von COVID-19 bereits weit verbreitet. Nicht jedoch in Deutschland. Hierzulande werden die Katheter mit ZVKs in einem gemeinsamen Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) abgebildet. So lassen sich weder die Behandlungsergebnisse noch die Kosten der Pflegeleistung differenzieren. Die DeGIR hat daher erneut einen eigenen OPS-Code beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) beantragt und hierzu auch einzelne Mitglieder der AG OPS angeschrieben.

PICC-Lines werden zudem weder im Katalog der ambulanten Operationen (AOP-Katalog) noch im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM-Katalog) geführt. Da PICC-Lines jedoch ambulant gelegt und Patienten damit in die häusliche Pflege entlassen werden können, ist es aus Sicht der DeGIR empfehlenswert, diese auch in den ambulanten Versorgungskatalog aufzunehmen. Gemeinsam mit der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG), dem Bundesverband der Deutschen Radiologen (BDR) und der Arbeitsgemeinschaft der niedergelassenen Interventionellen Radiologen in Deutschland (ANIR) wurde daher ein Schreiben an die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit der Bitte um Inklusion einer eigenständigen EBM-Ziffer für PICC-Lines versandt.