Das war der 100. Deutsche Röntgenkongress

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 19. Juni 2019

Im Rahmen des 100. Deutschen Röntgenkongresses wurde der Interventionellen Radiologie, nicht zuletzt dank des Engagements der DeGIR und zahlreicher ihrer Mitglieder, ein breites Präsentationsspektrum eingeräumt.

Zertifizierungen


Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die seit Jahren angebotenen DeGIR-Module bzw. Workshops, die auf eine fundamentale Qualitätssicherung und –Verbesserung sowie die Zertifizierung der Interventionellen Radiologie abzielen. Auch in diesem Jahr nahmen wieder 174 Kolleginnen und Kollegen an den Kursen teil und 13 Kolleginnen und Kollegen haben sich erfolgreich in den verschiedenen Modulen zertifiziert.
Simulationskurse
Einen extrem wichtigen Stellenwert nahmen zudem die Simulationskurse ein, die den Teilnehmenden nicht nur eine themenspezifische Einführung mit Tipps und Tricks gaben, sondern auch im eigentlichen Simulationsteil praktische Fertigkeiten zu vermitteln mochten. Die genannten Simulationskurse, die viele Themengebiete umfassten,  erfreuten sich bei den Teilnehmern großer Beliebtheit, zumal aufgrund des Kleingruppenformats ein reger und kollegialer Austausch mit den Dozierenden stattfinden konnte. Es wäre wünschenswert, wenn diese aufwendig vorbereiteten Kurse zukünftig weiter angeboten und auf eine noch breitere Basis gehoben werden könnten, um so insbesondere junge Kolleginnen und Kollegen in Weiterbildung für das wichtige Gebiet der Interventionellen Radiologie zu begeistern.


Refresherkurse und Highlightsessions


Die Bedeutung der Interventionellen Radiologie wurde darüber hinaus durch Refresher-Kurse, eine Session mit international renommierten Rednern und eine Highlight-Session untermauert. In der Highlight-Session als auch im Chefarztforum wurde über die Zukunft der IR hypothetisiert, insbesondere wurde in diesem Kontext die Wahrnehmung als bettenführende Disziplin, der kompetitive Wettbewerb mit anderen Disziplinen im pAVK-Sektor und der Stellenwert in Zusammenarbeit mit den onkologischen Disziplinen angesprochen.
Werner-Porstmann-Preis 2019
Die Verleihung des Werner-Porstmann-Preises zur Förderung der Interventionellen Radiologie an Frau PD Dr. Wibke Uller vom Universitätsklinikum Regensburg für ihre wissenschaftliche Arbeit „Ethanolgel sclerotherapy of venous malformations improves health-related quality-of-life in adults and children – results of a prospective study“ stellte einen Höhepunkt der DeGIR-Mitgliederversammlung dar.


Ausblick


Bezüglich des Volumens wissenschaftlicher Vortragssessions war leider festzustellen, dass diese im interventionellen Sektor nur ca. 12% des Gesamtangebots ausmachten. Hierbei spielten die Themen „Hybridbildgebung in der Intervention, Robotik, Navigation und radiologisch-onkologische Therapie“ eine übergeordnete Rolle. Auffällig ist, dass die vaskulären Rekanalisations- und Rekonstruktionsverfahren wenig Erwähnung finden, möglicherweise, weil diese von Disziplinen wie der Gefäßchirurgie, aber auch Angiologie erheblich umworben werden. Diesbezüglich stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn die Interventionsradiologien in Deutschland nach Vorbild der SwissIntervention ihre Kräfte bündelten, um mit Expertise und Routine diesen wichtigen Sektor zeitgemäß kompetent abzubilden und hierauf basierend auch im wissenschaftlichen Bereich anerkannte multizentrische Studien für die Radiologie zu akquirieren.
Zusammenfassend war der 100. RöKo aus Sicht der Interventionellen Radiologie ein großer Erfolg, die Beiträge und Diskussionen unterstreichen die Bedeutung des Faches. Das kompetitive klinische Umfeld sowie die Robotik und künstliche Intelligenz stellen spannende Herausforderungen für die Zukunft dar, welchen sich nicht nur die Interventionelle sondern die gesamte Radiologie proaktiv stellen sollte.

Den Beitrag erstellten Prof. Dr. Ralph Kickuth und Prof. Dr. Marco Das, DeGIR-Team Öffentlichkeitsarbeit