Treffpunkt der interventionellen Community

Was zeichnet den IROS aus und wie wird sich das interventionell-radiologische Fachtreffen künftig weiterentwickeln? Kongresspräsidentin Ao. Univ. Prof. Dr. Maria Schoder wirft im Interview einen Blick zurück und voraus.

Welchen Stellenwert hat der IROS in der interventionell radiologischen Gesellschaft?

Ao. Univ. Prof. Dr. Maria SchoderAo. Univ. Prof. Dr. Maria SchoderDas Interventionell Radiologische Olbert Symposium vereint nun seit 10 Jahren die Deutsche (DeGIR), Österreichische (ÖGIR) und Schweizerische Gesellschaft (SSCVIR) für interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie zum Auftakt des Kongressjahres. Der IROS ist der größte interventionell-radiologische Kongress im deutschsprachigen Raum, welcher unter Einbeziehung der neuroradiologischen Gesellschaften DGNR und ÖGNR sein Fortbildungsprogramm gestaltet und somit Themen von „Kopf bis Fuß“ in sich vereint.

Welche Aufgaben hat sich das Programmplanungskomitee des IROS gestellt?

Voraussetzung für einen spannenden Kongress ist ein ausgewogenes Programm, welches Themen der vaskulären, onkologischen und neuroradiologischen Interventionellen Radiologie auf einem „Standard of Practice“-Niveau vermittelt. Ein wesentlicher Bestandteil des IROS ist das Angebot für die zertifizierte Fortbildung. Basis- und Spezialkurse, welche konzertiert angeboten werden, sind bereits ein integrativer Bestandteil des Symposiums geworden. Auch praxisorientiertes Lernen, welches sowohl der Ärzteschaft als auch dem medizinischen Fachpersonal in der Angiographie und in der Radiologie die Möglichkeit bietet, neben der Theorie auch mit Materialien arbeiten zu können, ist uns sehr wichtig.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Auf ein einzelnes Highlight möchte ich mich gar nicht beschränken. Die Fokuskurse, welche Grundprinzipien vermitteln, kombiniert mit thematisch abgestimmten Live-in-Box-Präsentationen, habe ich als eine sehr praxisnahe Aufarbeitung der jeweiligen Thematik empfunden. Ich bin ein Mensch, der gerne Fälle interdisziplinär bespricht und häufig auch zum Telefon greift, um für mich fehlende Zusatzinformationen vom Zuweiser einzuholen. Besonders schätze ich Sitzungen, in welchen im Dialog mit unseren klinischen Partnern neue Therapieansätze oder aber auch „Altbewährtes“ diskutiert wird. Als interventionelle RadiologInnen können wir vom Fachwissen anderer klinischer Disziplinen nur profitieren.

Wie ist Ihr Resümee zum diesjährigen IROS und was wünschen Sie sich zukünftig?

Mit 850 Teilnehmenden war der IROS in Berlin, wie auch letztes Jahr in Österreich, gut besucht. Ich denke jedoch, dass hier noch Luft nach oben ist. Die Vortragenden und ModeratorInnen, welchen ich einen herzlichen Dank aussprechen möchte, haben die Sitzungen auf exzellentem fachlichem Niveau und diskussionsreich gestaltet. Unser Anliegen muss es sein, eine höhere Anzahl an AssistenzärztInnen und JunginterventionalistInnen für diesen Fortbildungskongress zu begeistern. Der IROS mit seinem familiären Charakter bietet die Möglichkeit, Netzwerke innerhalb der interventionellen Community aufzubauen und bestehende Kontakte zu vertiefen. Ich wünsche mir, dass junges Engagement und Erfahrung der „alten Hasen“ weiterhin eine großartige und spannende Gemeinsamkeit ergeben und freue mich auf den IROS 2020 in Salzburg.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Dr. Kerstin Westphalen, DeGIR-Team Öffentlichkeitsarbeit.