DeGIR-Zentren für interventionelle Gefäßmedizin und minimal-invasive Therapie

Zertifizierte DeGIR-Zentren für interventionelle Gefäßmedizin und minimal-invasive Therapie

Präambel

Minimal-invasive Behandlungsmethoden ersetzen oder ergänzen in zahlreichen Anwendungsbereichen andere Therapien. Durch minimal-invasive Techniken können schonende Operationszugänge für therapeutische Eingriffe realisiert werden, deren Erfolgsraten denen der herkömmlichen, offenen Chirurgie oftmals ebenbürtig oder überlegen sind.

Interventionell-radiologische Eingriffe werden durch bildgebende Verfahren gesteuert. Die fachkundige Einschätzung der Bildinformationen ist für die erfolgreiche Durchführung interventioneller Eingriffe essentiell. Der Erfolg der jeweiligen minimal-invasiven Eingriffe setzt detaillierte Kenntnisse in Anatomie, Pathologie, Pathophysiologie, Strahlenschutz, Bildgebung sowie der zur Verfügung stehenden Materialien und deren optimalen Einsatz voraus. Die umfassende Weiterbildung in allen bildgebenden Verfahren, die für die Steuerung von Interventionen erforderlich sind, sowie die Vermittlung interventioneller Fähigkeiten sind Kerninhalte der Weiterbildung zum Arzt für Radiologie.

Spezielle Techniken können während und nach der Weiterbildung im Fach Radiologie in Fortbildungsveranstaltungen und spezialisierten Kliniken erlernt und vertieft werden. Die DeGIR unterstützt die Qualifizierung in Interventioneller Radiologie seit Jahren durch ein strukturiertes Qualifizierungsangebote sowie ein Hospitationsnetzwerk von DeGIR-Ausbildungsstätten für das Erlernen der praktischen Fähigkeiten.

Mit der Zertifizierung zum „DeGIR-Zentrum für interventionelle Gefäßmedizin und minimal-invasive Therapie“ verleiht die DeGIR ein Gütesiegel für das Vorhandensein und die kontinuierliche Sicherstellung hoher interventionell-radiologischer Expertise an Kliniken mit entsprechend ausgerichteten Instituten. Neben gefäßmedizinischen Interventionen (DeGIR-Module A / B) müssen weitere Interventionen aus dem Bereich der Schmerztherapie oder der interventionell-radiologischen Behandlung onkologischer Erkrankungen (DeGIR-Module C / D) angeboten werden.

Das Zertifikat der DeGIR attestiert dem Zentrum nach erfolgreichem Abschluss des Zertifizierungsverfahrens, dass es transparent dargelegt hat, eine adäquate Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität in der Durchführung interventioneller Eingriffe aufzuweisen und diese kontinuierlich zu verbessern.

Folgende Kriterien stehen im Mittelpunkt des Zertifizierungsverfahrens:

  • Qualitätsmanagement und Qualitätsverbesserung. Hierzu gehören unter anderem die Erhebung qualitätsrelevanter Daten, wie z. B. technische und klinische Komplikationen, in der DeGIR-Qualitätssicherungssoftware (DeGIR-QS)
  • Aktive interdisziplinäre Zusammenarbeit, z. B. durch Therapiefestlegung in interdisziplinären Fallkonferenzen
  • Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen über 24 Stunden an allen Tagen des Jahres.

Die Anerkennung zum „DeGIR-Zentrum für interventionelle Gefäßmedizin und minimal-invasive Therapie“ setzt die erfolgreiche Auditierung unter Einhaltung verbindlicher Zertifizierungs- und Auditierungsstandards in Anlehnung an DIN ISO  9001 und DIN ISO 19011 voraus.

Verantwortlich für deren Sicherstellung ist die Zertifizierungskommission der DeGIR. Für die fachliche und inhaltliche Weiterentwicklung des Zertifizierungssystems nutzt die Zertifizierungskommission eigene Ressourcen und in geeigneter Weise externe Unterstützung durch eine unabhängige Zertifizierungs- bzw. Akkreditierungseinrichtung.